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So spart die deutsche Mittelschicht
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Die Milieuzugehörigkeit beeinflusst das Sparverhalten

Die deutsche Mittelschicht ist keine homogene Masse, sondern setzt sich aus fünf unterschiedlichen Milieus zusammen. Die Analyse dieser Milieus und der damit verbundenen Lebensstile stellt die Relevanz gängiger Annahmen für das Sparverhalten infrage. Das gilt etwa für die Bedeutung der Einkommenshöhe. Es zeigt sich: Das konkrete Sparverhalten eines Haushalts wird in hohem Maß von dessen sozialer Bezugsgruppe bestimmt. So sparen Haushalte, die unterschiedlichen Milieus angehören, bei ähnlich hohen Einkommen sehr unterschiedlich. Die Bedeutung der Einkommenshöhe wird daher im Einzelfall stark überschätzt.

Unterschiedliche Lebensstile, unterschiedliches Sparverhalten:

  • Junge Milieus mit Nachholbedarf
    Das Sparverhalten der beiden jungen Milieus (Hedonisten und Adaptiv-Pragmatische) weicht deutlich vom durchschnittlichen Sparverhalten ab: sie sind an Geldanlage und Altersvorsorge interessiert. Beides wird jedoch vielfach (noch) nicht angegangen, obwohl der Bedarf erkannt zu sein scheint. Jedenfalls fühlen sich die Jüngeren überwiegend nicht ausreichend für das Alter abgesichert.
  • Kurzfristige Sparmotive gewinnen an Bedeutung
    Das kurzfristige Zielsparen hat in der Mittelschicht eine höhere Bedeutung als langfristiges Sparen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Bundesbürger immer weniger zu längerfristigem Konsumverzicht bereit sind. Der gesamtwirtschaftliche Trend zu kurzfristigeren Sparzielen spiegelt sich auf Milieuebene in einer betont liquiden Geldvermögensbildung über alle Milieus.
  • Bildungssparen wird zum Thema
    Auffällig ist bei Adaptiv-Pragmatischen und Hedonisten ein Interesse an Produkten des Bildungssparens. Aus volkswirtschaftlicher Sicht könnten sich hier Anreize als sinnvoll erweisen, die staatliche Bildungsziele unterstützen. Die durchschnittliche Verbreitung von Riester-Verträgen im ansonsten wenig sparaffinen Hedonistenmilieu zeigt, dass steuerliche Anreize ihre Wirkung in dieser Zielgruppe nicht verfehlen.
  • Ältere Milieus: Handlungsbedarf im Niedrigzinsumfeld
    Für die Haushalte in den weniger dynamischen Milieus der bürgerlichen und der sozialökologischen Mitte gibt es hinsichtlich der Geldanlage Entscheidungsbedarfsbedarf. Es laufen in den kommenden Jahren viele Lebensversicherungen aus, und zahlreiche Bausparverträge werden frei. Für die Haushalte gilt es, gerade im Niedrigzinsumfeld geeignete Wiederanlagemöglichkeiten zu finden, um langfristig ertragreich anlegen zu können.
  • Risikofreudig und renditebewusst
    Die in Umfragen bekundeten Planungen der Haushalte der hedonistischen und adaptiv-pragmatischen Milieus zeigen: Sie sind die Aktiensparer von morgen. Zwar zeugen die vorhandenen Sparformen eher von sicherheitsorientiertem Sparverhalten, aber in ihrer Selbsteinschätzung gibt sich diese junge Mitte durchaus risikofreudig.

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