Union Investment
So spart die deutsche Mittelschicht
Union Investment

Fünf Milieus, fünf Anlageziele

Worauf legen Menschen Wert, wie leben sie, welche Wünsche haben sie? Die Milieuforschung erfasst alle wichtigen Erlebnisbereiche wie etwa Arbeit, Freizeit, Familie und Geld, mit denen eine Person täglich zu tun hat, und verdichtet sie zu einer Basistypologie, den Sinus-Milieus®. Erstmals hat das Markt- und Sozialforschungsunternehmen Sinus Sociovision diese Zielgruppentypologie Anfang der 1980er Jahre erstellt.

Ein lebensechtes Abbild der Gesellschaft

Der Milieuansatz zielt darauf ab, Status und Veränderungen in den Einstellungen und Verhaltensweisen der Bevölkerung vor dem Hintergrund des sich vollziehenden Wertewandels zu beschreiben. Im Gegensatz zu sozialen Schichten beschreiben die Sinus-Milieus® real existierende Subkulturen in unserer Gesellschaft mit gemeinsamen Sinn- und Kommunikationszusammenhängen in ihrer Alltagswelt – ein lebensechtes Abbild der Gesellschaft und kein statistisches Konstrukt. Parallel zum Wertewandel in der Gesellschaft wird das Milieumodell daher immer wieder mit der Realität abgeglichen und angepasst.

Fünf dieser Sinus-Milieus®, können der deutschen Mittelschicht zugeschrieben werden und bilden damit die Grundlage der hier vorgestellten Studie.

Traditionelle Mitte: Den Status quo sichern

  • Sicherheitsliebende Nachkriegsgeneration
  • Kleinbürgertum, Arbeiterkultur
  • Höchster Anteil an Rentnern/Pensionären
  • Niedrigste Einkommen der Mittelschicht

Die sicherheits- und ordnungsliebende Kriegs- und Nachkriegsgeneration ist tief in Traditionen verwurzelt. Traditionelle sind wirtschaftlich versorgt, weshalb das Sparverhalten deutlich von dem anderer Milieus abweicht: Altersvorsorge steht nicht mehr im Fokus, drei Viertel fühlen sich ausreichend abgesichert. Über ein Drittel wohnt im Eigenheim.

Bevorzugt werden sichere, liquide Geldanlagen mit einem klaren Ziel: Erreichtes bewahren – gerade auch für potenzielle Erben. Weitere Sparanlagen sind nicht geplant. Dementsprechend gering ist das Interesse an Geldanlageinformationen.

Bürgerliche Mitte: Sicherheit ist das A und O

  • Leistungs- und anpassungsbereit
  • Strebt nach sozialer und beruflicher Etablierung
  • Generelle Bejahung gesellschaftlicher Ordnung

Das Zentrum der deutschen Mittelschicht strebt sichere und harmonische Verhältnisse an. Bürgerliche sind vielfach bereits sozial und beruflich etabliert. Überdurchschnittlich häufig besitzen sie eine eigene Immobilie. Sie sparen am regelmäßigsten und am intensivsten. Nahezu alle Sparformen werden genutzt, wobei sichere und liquiditätsorientierte dominieren.

Trotzdem gibt es überdurchschnittlich viele Fondssparer. Auch die Depots spiegeln die Affinität zu Immobilien wider. Es herrscht ein hohes Sicherheitsbedürfnis – das zeigt sich bei den Anlagepräferenzen und bei der finanziellen Absicherung von Vermögenswerten sowie der eigenen Erwerbsfähigkeit. Bürgerliche Haushalte sind mit Konten und Geldanlagen komfortabel ausgestattet. Die Folge: der aktuelle Bedarf scheint weitgehend gesättigt. Wenn in den kommenden Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, wird davon die bürgerliche Mitte stark betroffen sein.

Sozialökologische Mitte: Nachhaltige Anlagen sind gefragt

  • Soziales und ökologisches Gewissen
  • Globalisierungs- Konsumkritiker
  • Höchste Akademikerrate

In keinem anderen Milieu ist die Wertorientierung so tief verankert wie im sozialökologischen. Hier sind besonders viele Akademiker und Beamte vertreten, die im nächsten Jahrzehnt aus dem Erwerbsleben ausscheiden werden.

Viele besitzen Immobilien und haben breit vorgesorgt. Häufig werden weitere Geldanlagen nicht geplant. Größeres Geldvermögen hat in diesem Milieu eine vergleichsweise untergeordnete Bedeutung. Es besteht eine Präferenz für nachhaltige Anlagen. Auffällig ist der relativ hohe Anteil an Fondsbesitz in diesem Milieu.

Adaptiv-pragmatische Mitte: Flexibilität ist wichtig

  • Leistungsbereite moderne Mitte
  • Nutzenkalkül, konventionell, kompromissbereit und sicherheitsorientiert
  • Streben nach Verankerung und Zugehörigkeit
  • Höchste Einkommen in der Mittelschicht

Die Adaptiv-Pragmatischen sind anspruchsvoll, zielorientiert und wollen die Kapitalanlagen optimiert wissen. Sie verfügen über ein ausgeprägtes Zugehörigkeitsgefühl, gepaart mit großer Anstrengungsbereitschaft. Sie kombinieren traditionelle Werte und gesellschaftliche Modernisierung.

Viele von ihnen sind in einer beruflichen oder familiären Aufbauphase. Vorsorgesparen ist nicht sonderlich stark ausgeprägt. Die adaptiv-pragmatische Mitte bevorzugt flexible Anlagen, um auf künftige Herausforderungen als Konsequenz unsteter Lebensverläufe reagieren zu können. Pragmatismus wird auch bei der Geldanlage großgeschrieben: Adaptiv-Pragmatische sind offen für die Beratung, wenn sie ihnen weiterhilft. Das Interesse an Immobilien als Altersvorsorge ist groß. Hinzu kommt ein überdurchschnittliches Interesse an Investmentfonds.

Hedonistische Mitte: Risikobereit und an Aktien interessiert

  • Spaßorientierte moderne untere Mitte
  • Lebt im Hier und Jetzt
  • Verweigerung von Konventionen und Erwartungen der Leistungsgesellschaft
  • Weniger als die Hälfte ist berufstätig

Wohlstandssicherung steht (noch) nicht auf der Agenda. Hedonisten geht es weniger um Besitz, und das verändert zwangsläufig das Sparverhalten. Für eine langfristige Vermögensplanung lässt das Leben im Hier und Jetzt nur wenig Raum. Ausnahme: Bildungssparen, zu dem Hedonisten am ehesten bereit sind.

Hedonisten agieren in der Geldvermögensbildung eher ziellos, sind aber dennoch anspruchsvoll: Da sie vergleichsweise spät in das Erwerbsleben eintreten, müssen sie renditestark anlegen, um ein nennenswertes Geldvermögen zu bilden. Dem kommt eine risikofreudigere Anlageeinstellung entgegen. Fraglich ist, ob die erforderliche Kompetenz in Finanzfragen vorhanden ist. Für starre Anlagelösungen interessieren sich Hedonisten nicht. Sie möchten flexibel sein.

Milieutrends bis 2025

Die Milieulandschaft entwickelt sich ständig weiter und wird immer dynamischer. Getrieben wird dieser Prozess einerseits vom Wertewandel in der Bevölkerung und innerhalb der unterschiedlichen Milieus. Andererseits wirken demografische und ökonomische Strukturveränderungen. Tendenziell ist heute schon zu beobachten, dass die deutsche Mittelschicht bunter wird.

Die Hedonisten etablieren sich als Leitmilieu

Von besonderer Bedeutung sind die Leitmilieus, die eine starke Anziehungskraft auf andere ausüben und deshalb voraussichtlich an Bedeutung gewinnen werden: Hedonisten und Adaptiv-Pragmatische. Beim adaptiv-pragmatischen Milieu wird die Veränderung davon abhängen, wie stark der weitere Zufluss aus dem hedonistischen Milieu oder Abstiege aus den beiden darüber liegenden bürgerlichen und traditionellen Milieus ausfällt.

Die Mitte der Gesellschaft

Mehr als die Hälfte aller deutschen Privathaushalte gehören zur Mittelschicht. Doch wodurch zeichnen sie sich aus?

Erfahren Sie mehr

Sparverhalten der Milieus

Die Relevanz von Einkommen und Bildung ist geringer als bislang vermutet: Lebensstile beeinflussen das Anlageverhalten.

Erfahren Sie mehr

Regionale Milieuverteilung

Die Milieus sind unterschiedlich stark in den Bundesländern vertreten - mit Auswirkungen auf das regionale Sparverhalten.

Erfahren Sie mehr